Toleranz-Forum zum internationalen Gedenktag an die Opfer des Holoaust

Forum "Probleme bei Toleranz im öffentlichen Raum" anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung des Verichtungslagers Auschwitz-Birkenau am 27.01.2020

Am 27. Januar wird jedes Jahr, anlässlich der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau am 27.01.1945, international an die Opfer des Holocausts gedacht. Zum 75. Jahrestags der Befreiung veranstalteten die IBB Johannes Rau Minsk in Kooperation mit der internationalen gesellschaftlichen Vereinigung „Verständigung“, der jüdischen Religionsvereinigung in Belarus, der Religionsgemeinschaft des progressiven Judentums, dem Verband der belarussischen jüdischen öffentlichen Vereine und Gemeinden, der Geschichtswerkstatt Leonid Levin und dem Museum für Geschichte und Kultur der Juden in Belarus ein Forum. Dieses thematisierte die Probleme bei Toleranz in modernen Gesellschaften und wurde im Veranstaltungssaal des IBBs in Minsk durchgeführt. 
 
Zu Gast waren unter anderem ehemalige Gefangene, Kriegskinder, öffentlichen Aktivisten, Journalisten und Vertreter diplomatischer Missionen. 
Gemeinsam wurde an die 6 Millionen Opfer des Holocausts gedacht und symbolisch für diese wurden 6 Kerzen durch Vertreter verschiedener Glaubensrichtungen, öffentlicher Vereinigungen und Botschaften entzündet. Es folgte eine Schweigeminute für die Opfer. 
 
Zudem sprachen auf dem Forum verschiedene Redner. Unter anderem appellierte der Vorstandsvorsitzende des IBB Minsk, Viktor Balakirev, in seiner Eröffnungsrede an das Publikum, dass Auschwitz, als trauriges Symbol der Vernichtung, nicht in der Vergangenheit liegen und vergessen werden darf. Weiterhin erklärte er: „Der Internationale Holocaust-Gedenktag soll künftigen Generationen die Wahrheit über die barbarischen Verbrechen des Nationalsozialismus vermitteln und sie vor Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Extremismus schützen.“ 
 
Als Ehrengast nahm auch Yakov Kravchinsky, ein Überlebender des Minsker Ghettos, am Forum teil. Er berichtete über seine Geschichte im 1941 durch die Nationalsozialisten gegründeten Ghetto und hofft, dass solche Verbrechen nie wieder geschehen. 
 
Im Rahmen des Forums leiteten zudem Experten Diskussionen in verschiedenen Kleingruppen an. Diese thematisierten die Möglichkeiten zur Verhinderung von Fremdenfeindlichkeit, die Rolle der Bildung bei der Verringerung der Fremdenfeindlichkeit (am Beispiel des Antisemitismus), den Umgang mit Fremdenfeindlichkeit in Medien und Netzwerken, sowie Methoden zur Bekämpfung von Hassverbrechen.
 
Es war festzustellen, dass noch immer Toleranz und ausnahmslose Akzeptanz in unseren Gesellschaften kein Normalfall sind und es weiterhin Menschen gibt, die sich ausgegrenzt und diskriminiert fühlen. Der internationale Gedenktag an die Opfer des Holocausts und das an diesem Tag durchgeführte Forum sollen daran erinnern, dass weiterhin an Verbrechen gegen die Menschheit, aufgrund von Hass und Feindlichkeit gedacht wird und solche Fehler nicht noch einmal begangen werden. „Nie wieder!“
 
 
 
Freiwillige Maja Liebmann
 
Fotos: