PROGRAMM der Geschichtswerkstatt „Leonid Lewin“ im Rahmen der deutschen Wochen

PROGRAMM

der Geschichtswerkstatt „Leonid Lewin“

der Internationalen Bildungs- und Begegnungsstätte „Johannes Rau“ (IBB) in Minsk

Ort der Veranstaltungen

Geschichtswerkstatt „Leonid Lewin“

Ul. Suchaja 25, Minsk

Kontakt:

Beatrice Pätzold (Koordinatorin für Bildungsprogramme), +375 17 200 76 26, paetzold@ibb.by

Antanina Chumakova (Bildungsreferent), chumakova@ibb.by

Der Kampf um die Erinnerung - Forschung zum Lager Trostenez von 1964 bis heute

aus Anlass der Herausgabe des Quellenbandes „Trostenez: Tragödie der Völker Europas, Erinnerung in Belarus“

Im Juni 2016 hat das Belarussische Nationalarchiv in Zusammenarbeit mit dem Archiv des Komitees für Staatssicherheit (KGB), dem Museum des Großen Vaterländischen Krieges und der IBB „Johannes Rau“ Minsk einen Quellenband zu Trostenez herausgegeben, der vorwiegend belarussische und deutsche Archivmaterialien vereint. Zur Sowjetzeit galt als wichtigste Publikation zu Trostenez der Quellenband aus dem Jahr 1965, in welchem einige der Dokumente der Außerordentlichen Kommission veröffentlicht wurden. Im unabhängigen Belarus wurde die erste Quellensammlung nicht vor dem Jahr 2003 herausgebracht. Zur gleichen Zeit erschien eine Dokumentensammlung mit Augenzeugenberichten von Paul Kohl, einem deutschen Publizisten. Bis heute gibt es allerdings in Belarus keine Studie zu Trostenez. Der neue Quellenband, der belarussischen Forschern u. a. Dokumente aus deutschen und österreichischen Archiven zugänglich macht, könnte dazu beitragen, dies zu ändern.

Datum: Mittwoch, 12.10.2016

Uhrzeit: 19:00 bis ca. 20:30 Uhr

Sprache: Russisch

Eintritt frei

Erinnern und Verstehen: Gedenkstätten in Deutschland als Gedenk- und Lernorte

Bildungsarbeit an der Gedenkstätte des KZ Buchenwald

Das Konzentrationslager Buchenwald, eines der größten auf deutschem Boden, befand sich in Thüringen in der Nähe der Stadt Weimar. Von 1937 bis 1945 waren dort mehr als 250 000 Menschen aus über 50 Ländern inhaftiert, darunter auch Belarussen. Die Zahl der Todesopfer wird auf etwa 56 000 geschätzt. Am 11. April 1945 wurde das Konzentrationslager, in dem sich nur noch ca. 21 000 Gefangene befanden, von US-amerikanischen Truppen befreit.

Heute befindet sich dort eine Gedenkstätte, die es sowohl Individualbesuchern als auch Gruppen ermöglicht, sich im Rahmen von Dauerausstellungen und sogar Besichtigungen von Fundstücken aus dieser Zeit mit der Geschichte dieses Ortes auseinanderzusetzen. Im Rahmen der Bildungsarbeit werden neben Seminaren, in denen Themen des Zweiten Weltkrieges diskutiert werden, Projekttage zu archäologischen Grabungs-, Pflege- und Erhaltungsarbeiten auf dem ehemaligen Lagergebiet und zur Restaurierung von Artefakten angeboten. Besonders für Multiplikatoren und Mitarbeiter an Gedenkstätten in Belarus ist es wichtig, von den Erfahrungen in solch einer Art von Bildungsarbeit zu lernen.

Datum: Samstag, 24.09.2016

Uhrzeit:12:00 bis ca. 13:30 Uhr

Sprache: belarussisch

Eintritt frei

Eine ungewöhnliche deutsch-jüdische Geschichte - Gespräch mit Konrad Kwiet

Konrad Kwiet, deutsch-australischer Historiker in Sydney, wurde 1941 in einer deutsch-jüdischen Familie in Swinemünde (heute Świnoujście, Polen) geboren. Sein Leben lang ließen ihn seine jüdischen Wurzeln nicht los. 2012 veröffentlichte die USC Shoah Foundation ein dreistündiges Interview mit ihm. Neben seiner Lehr- und Forschungsarbeit an Universitäten arbeitet er am Jüdischen Museum in Sydney. Eines seiner aktuellen Forschungsprojekte befasst sich mit der Geschichte des Polizei-Bataillons 322, das im Zweiten Weltkrieg aktiv am Holocaust beteiligt war. Vor drei Jahren unternahm er eine Studienreise zu den ersten Tatorten des Bataillons nach Polen in den Wald Bialowiecza. In diesem Jahr führt ihn seine historische “Spurensuche” nach Belarus – nach Minsk und Mogilev.

Datum: Donnerstag, 22.09.2016

Uhrzeit: 19.00 bis ca. 20.30 Uhr

Sprache: deutsch mit russischer Übersetzung

Eintritt frei

Fotos: