Präsentation des didaktischen Lernmittels „Das Minsker Ghetto“ in Erfurt

Am 16. Mai fand im Förderkreis Erinnerungsort „Topf & Söhne“ (Erfurt) eine Veranstaltung unter dem Namen „Wie erinnern wir uns? Die Erinnerungskultur in Belarus und Deutschland“ statt, die der Präsentation der vor kurzem erschienenen didaktischen Lernmittel „Das Minsker Ghetto“ gewidmet war. Das Lernmittel ist das Ergebnis der Realisierung des gemeinsamen Projektes der Minsker Geschichtswerkstatt mit dem Archiv der Oral History und der gesellschaftlichen Vereinigung aus Erfurt „Culture goes Europe“. Die Gemeinschaft des Projektes bildeten Didaktiker und Lehrer aus Belarus und Deutschland.

Zur Präsentation des didaktischen Produktes kamen nach Deutschland die Leiterin der Minsker Geschichtswerkstatt Irina Kaschtaljan und die Geschichtslehrerinnen Tatjana Gaiduk und Darja KossjakowaMoritz Borchardt moderierte die Veranstaltung, die aus zwei miteinander logisch verbundenen Teilen bestand und das Interesses der Gesellschaft am Brückenbau zwischen den Erinnerungskulturen beider Länder erwecken sollte.

Im ersten Teil der Veranstaltung kam es zur allgemeinen Diskussion zu Problemen der Erinnerungskultur an den Krieg in Deutschland und Belarus. Von der deutschen Seite wurden die Herausforderungen an die deutsche Erinnerungskultur von dem Vertreter des Förderkreises  Erinnerungsort „Topf & Söhne“ Rudiger Bender vorgestellt. Im zweiten Teil konzentrierten sich die Referenten auf die Bildungsaspekte bei dem Transfer der Erinnerungskultur an die junge Generation. Die Präsentation des Lernmittels über die Geschichte des Minsker Ghettos durch dessen Autoren ergänzte mit konkreten Beispielen Rebekka Schubert, die über die Bildungstätigkeit des Förderkreises Erinnerungsort „Topf & Söhne“ erzählte. Beatrice Paetzold,  die langjährige Erfahrungen in der Arbeit mit der Erinnerungskultur besitzt und drei Jahre Koordinatorin der Bildungsprogramme in der Internationalen Bildungs- und Begegnungsstätte J.Rau Minsk gewesen war, fasste die Ergebnisse der Diskussion zusammen.

Das didaktische Lernmittel besteht aus 16 Lernkarteien, jede von denen eine bestimmte Frage behandelt, wobei sie einander gegenseitig ergänzen: „Die Minsker Juden: Leben vor dem Krieg“, „Errichtung des Ghettos“, „ „Leben“ im Ghetto“, „Deportation: Der Weg in nur einer Richtung“, „Der Massenvernichtungsort Trostenez“ u.a. In den Lernkarteien befinden sich Auszüge aus den historischen Dokumenten, Zitate aus den Erinnerungen der Zeitzeugen und andere Quellen, zu denen Aufgaben und Fragen zum Thema ausgearbeitet sind. Der Lehrer kann sie einzeln, in der nötigen Reihenfolge und bei unterschiedlichen Unterrichtstypen verwenden.

In einer gesonderten Broschüre sind Informationsmaterialien für den Lehrer gesammelt: der historische Kontext, das Glossar der Fachbegriffe, das Literaturverzeichnis und die Liste der empfohlenen Literatur. Eine CD enthält digitale Kopien der Lernkarteien sowie zusätzliche Materialien.

Die Herausgabe des Lernmittels wurde dank der Unterstützung des internationalen Verbandes der Holocaust-Opfer möglich.

 

 

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