Bildungsseminar in Yad Vashem

Vom 25.Oktober bis zum 3. November fand in der Internationalen Schule für Holocaust-Studien (ISHS) das vierte Seminar für belarussische Lehrer statt.

Trotz der Tatsache, dass die Juden auf belarussischem Territorium seit dem 15. Jahrhundert ansässig waren und ihren wesentlichen Beitrag zur Entwicklung des Handels, des Gewerbes und der Kultur leisteten, wird über ihr Leben Seite an Seite mit Belarussen sowie über ihre systematische Verfolgung und Vernichtung während des zweiten Weltkrieges praktisch nichts unterrichtet. In Belarus ist der Unterricht des Themas Holocaust weder breit angelegt, noch fand dieses Thema in den Geschichtsbüchern kaum eine gebührende Behandlung.

Dessen ungeachtet erkennen viele Lehrer die Wichtigkeit dieses Themas im Schulunterricht an und benötigen entsprechend Professionalisierung und Systematisierung ihrer Kenntnisse. Die Internationale Schule für Holocaust-Studien führt Seminare zu diesem Thema für die Lehrer aus den ehemaligen Sowjetrepubliken durch. Die Seminare verfolgen das Ziel, die Lehrervereinigungen zum Zweck des Erfahrungsaustausches zu vernetzen sowie sie bei der Behandlung des Themas Holocaust im Schulunterricht zu unterstützen und mit professionellen pädagogischen Methoden bei der Ausarbeitung von Lehrplänen und Schulprogrammen auszurüsten.

In diesem Jahr nahmen am Seminar 20 belarussische Lehrer aus Grodno, Gomel, Mosyr, Postawy und Minsk teil. Im Laufe von acht Tagen machten sich die Lehrer mit der jüdischen Geschichte und Kultur bekannt, beteiligten sich an den Exkursionen in die Gedenkstätte Yad Vashem, hörten sich die Vorlesungen „Sowjetisches Judentum zwischen zwei Weltkriegen“, „Antisemitismus in historischer Perspektive“ (Dr. Arkadij Seltzer, Dr. Daniel Romanowski) an, hatten ein Gespräch mit dem ehemaligen Häftling des Minsker Ghettos David Taubkin, machten sich mit der pädagogischen Konzeption der Gedenkstätte Yad Vashem vertraut, studierten verschiedene Unterrichtsmethodiken des Themas Holocaust, tauschten untereinander Erfahrungen aus u.v.m.

Dank der Finanzierung durch die Internationale Schule für Holocaust-Studien und andere Sponsoren bekam die Mitarbeiterin der Geschichtswerkstatt Minsk Antonina Tschumakowa auch die Möglichkeit, an diesem Seminar teilzunehmen und die Bildungs- und Forschungsarbeit des Projekts „Geschichtswerkstatt Leonid Lewin“ zu präsentieren.

Das Projekt „Geschichtswerkstatt Leonid Lewin“ möchte auf diesem Wege der Koordinatorin des Programms Frau Noa Sigal sowie der regionalen Koordinatorin, Lehrerin des Grodnaer Gymnasiums №1 Irina Poljakowa, für die Organisation des Seminars seinen tiefen Dank aussprechen.

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