Bildungsaustausch zu Erinnerungskultur des Holocaust zwischen Minsk und Düsseldorf

Im Oktober - November fanden Bildungsreisen zu den Vernichtungsorten, Gedenkstätten und Erinnerungsorten des Nationalsozialismus in Düsseldorf und Minsk statt. An den Bildungsreisen nahmen Studenten der Heinrich-Heine-Universität, Vertreter der Mahn- und Gedenkstätten in Düsseldorf „Alter Schlachthof“ und "Vogelsang", Mitarbeiter der Belarussischen staatlichen Universität, gesellschaftlicher und religiöser Vereinigungen und des Projekts „Geschichtswerkstatt Leonid Lewin“ teil.

Finanzielle Unterstützung der Bildungsreisen leistete der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD).

Die Ergebnisse des zweiten Weltkrieges, unterschiedliche Nachkriegslage in Belarus und Deutschland sowie unterschiedliche politische Regimes in beiden Ländern trugen zur Formierung unterschiedlicher Erinnerungskulturen an den Krieg. Zum Ziel der Bildungsreisen wurde die Bekanntschaft mit unterschiedlicher Erfahrung im Umgang mit der Erinnerungskultur an den Krieg.

In Minsk machten sich die Reiseteilnehmer mit Geschichte, Hintergründen und Maßstab des Holocaust in Belarus, mit den Formen des Andenkens an Holocaust und den zweiten Weltkrieg bekannt. Als Beispiele dienten hier die Gedenkstätte „Trostenez“, die allgemeinbildende Schule in Trostenez, die Gedenkkirche der „Allerheiligen und zum Andenken an alle der Errettung unseres Vaterlandes gedienten Opfer“ und die Gedenkstätte „Chatyn“. Die Teilnehmer der Reise besuchten auch die Geschichtswerkstatt Leonid Lewin, die Internationale Bildungs- und Begegnungsstätte J. Rau Minsk, das „Europäischen College Liberal Arts in Belarus“ (ECLAB), die Minsker religiöse Vereinigung des progressiven Judaismus, wo sie über deren gesellschaftliche und bürgerliche Projekte und Initiativen informiert wurden.

Die belarussischen Reiseteilnehmer hatten ihrerseits die Möglichkeit, den Ort, von dem aus die Juden aus Düsseldorf nach Minsk deportiert wurden (Alter Schlachthof), sowie die Schulungsstätte für den Nachwuchs des NSDAP-Führungskaders (Vogelsang) zu besuchen. Am Beispiel der Gedenkstätte in Düsseldorf machten sich auch mit Erhaltung der Erinnerung an den Holocaust bekannt.

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