Internationale Winter-Online-Schule "Nazi-Zwangsarbeit: Geschichte und Folgen"

Internationales Dokumentationszentrum für nationalsozialistische Verfolgungen Das Arolsen-Archiv und das Dokumentationszentrum für das Studium der Zwangsarbeit während des Nationalsozialismus Berlin-Schöneweide starten Anträge für die Internationale Winter-Online-Schule für Bildungsarbeiter Nazi-Zwangsarbeit: Geschichte und Folgen

Ort: online

Termine: 15.-19. März 2021

Bewerbungsschluss: 28. Februar 2021

Die dritte Winterschule findet online statt. Es wird ein Treffpunkt für Pädagogen sein, die Methoden und Praktiken austauschen möchten, um das Thema der NS-Zwangsarbeit und ihre Erinnerung im Europa der Nachkriegszeit aus einer transnationalen Perspektive zu lehren. Eines der Hauptthemen der Winterschule wird sein, wie Lehrer Dokumente im Arolsen-Archiv für ihre Arbeit verwenden können, die unter anderem mehrere Millionen Dollar teure Sammlungen von Seiten mit Dokumenten über Zwangsarbeit enthalten, einschließlich Nachkriegsdokumentationen über Vertriebene Personen (DP). Darüber hinaus haben die Schüler die Möglichkeit, in kleinen internationalen Teams eine Lektion, einen Workshop oder eine Präsentation mit Material und digitalen Werkzeugen zu entwickeln, die vom Arolsen-Archiv und vom Dokumentationszentrum für das Studium der Zwangsarbeit während des Nationalsozialismus bereitgestellt werden. Das von den Teilnehmern erzielte Ergebnis kann dann in Zukunft für die eigene Arbeit mit Schülern, Studenten oder erwachsenen Teilnehmern der Klasse verwendet werden.

Kontext: Während des Zweiten Weltkriegs mussten Millionen von Zwangsarbeitern im Deutschen Reich und in den besetzten Gebieten arbeiten. Sie waren an der Arbeit in der Militärindustrie, in verschiedenen Institutionen und sogar auf Farmen beteiligt. In den meisten Fällen wurden die diesbezüglichen Regeln und Vertragsbedingungen ernsthaft verletzt. Die Arbeiter waren in Kasernen untergebracht, unterernährt und hatten während des Krieges keine Gelegenheit, in ihre Heimat zurückzukehren. Zwangsarbeiter wurden aus ganz Europa herangezogen und waren am Ende des Krieges auf dem Territorium des "Dritten Reiches" gefangen, angesichts einer ungewissen Zukunft. Viele von ihnen beschlossen oder waren gezwungen, in Gesellschaften zurückzukehren, die sich oft mit den Kriegssiegern identifizierten, und hielten es für beschämend für die große Anzahl von "Kollaborateuren", die für die feindliche Militärindustrie arbeiteten. Eine große Anzahl von Zwangsarbeitern kehrte nicht in ihre Heimat zurück, sondern wanderte in andere Länder aus.

Die Hauptthemen dieser Winterschule sind:

1. Diskutieren Sie aktuelle Themen, mit denen Geschichtslehrer konfrontiert sind, mit besonderem Schwerpunkt auf dem Geschichtsunterricht und der Erinnerung an Zwangsarbeit.

2. Führen Sie die Teilnehmer in die Lehr- und Lernmethoden der Zwangsarbeit ein und tauschen Sie Erfahrungen im Umgang mit digitalen Werkzeugen aus.

3. Untersuchen Sie die Dokumente im Arolsen-Archiv und identifizieren Sie Materialien, die besonders gute Möglichkeiten für neue Bildungsprojekte bieten.

4. Motivieren Sie den Gedankenaustausch für gemeinsame Projekte der Teilnehmer der Winterschule.

Mit der heutigen Coronavirus-Pandemiekrise ist Fernunterricht kritisch geworden. Während der Winterschule wird daher besonderes Augenmerk auf den Austausch relevanter Ideen und das Studium digitaler Werkzeuge gelegt. Teilnehmer 15 junge Lehrer (Lehrer, Ausbilder, Arbeiter von Museen oder Gedenkstätten, ältere Schüler der Sozialgeschichte oder verwandter Disziplinen) aus Europa und Israel. Von den Teilnehmern wird erwartet, dass sie aktiv an Diskussionen teilnehmen und bereit sind, mit den übrigen Teilnehmern eine Lektion oder eine andere Aktivität zu entwickeln. Die Sprache der Winterschule ist Englisch.

Veranstalter

Das Internationale Jugendtreffen im nationalsozialistischen Dokumentationszentrum für Zwangsarbeit befindet sich auf dem Gelände eines fast vollständig erhaltenen ehemaligen Zwangsarbeitslagers in Berlin, das 1943 erbaut wurde und mehr als 2.100 Menschen fasst. Die Ausstellungen, Archive und Bildungsprogramme des Dokumentationszentrums konzentrieren sich auf die Erinnerung an diese vergessene Kategorie von Opfern - etwa 8,4 Millionen Arbeiter aus ganz Europa mussten während des Zweiten Weltkriegs für das NS-Regime arbeiten. Das Arolsen-Archiv ist ein internationales Zentrum für die Erforschung der Verfolgung durch die Nazis. Das vollständigste Archiv der Welt enthält Dokumente über die Opfer des Nationalsozialismus und seine Überlebenden. Die Dokumentensammlung enthält Informationen zu 17,5 Millionen Menschen und gehört zum UNESCO-Programm „Erinnerung der Welt“. Es enthält Dokumente zu verschiedenen Opfergruppen, die vom NS-Regime verfolgt werden, und ist eine wichtige Wissensquelle für die moderne Gesellschaft. Die meisten Quellen aus der Sammlung sind im Online-Archiv im Internet verfügbar.

Antrag:

Bitte senden Sie eine kurze biografische Notiz (CV) und ein Motivationsschreiben (maximal eine Seite) in einer PDF-Datei an education@arolsen-archives.org

Bitte beschreiben Sie in Ihrem Motivationsschreiben, ob Sie Erfahrung im Unterrichten von Zwangsarbeit haben und bei Ihrer Arbeit Methoden und Werkzeuge des Fernunterrichts angewendet haben. Sie sollten auch kurz Ihre Ideen für die Teilnahme an der Erstellung von Winterschulprojekten beschreiben.

Die Frist für die Annahme von Bewerbungen wurde verlängert!

Die neue Bewerbungsfrist endet am 28. Februar oder früher, falls alle freien Plätze für die Teilnahme besetzt sind. Annahmeentscheidungen werden den Teilnehmern ab Anfang Februar regelmäßig mitgeteilt.

Fotos: