Ergebnisse des Online-Seminars zum Thema "Der Holocaust als Ausgangspunkt des belarussisch-russisch-ukrainischen Dialogs"

Vom 3. bis 8. Dezember fand ein Online-Seminar für Geschichtslehrer und andere Vertreter des Bildungsbereichs zum Thema "Der Holocaust als Ausgangspunkt des belarussisch-russisch-ukrainischen Dialogs" statt. Das Seminar wurde von der Geschichtswerkstatt von Leonid Lewin, das Wissenschafts- und Bildungszentrum "Holocaust" (Russland), das ukrainische Zentrum für das Studium der Geschichte des Holocaust und das Memorial de la Shoah (Denkmal de la Shoah, Frankreich) organisiert.

An dem Seminar nahmen mehr als 40 Bildungsspezialisten aus Belarus, Russland und der Ukraine teil. Die Veranstaltung wurde von Bruno Boyer, Memorial de la Shoa, und Juraj Warga, Zentrum für Bildung und Innovation, moderiert.

Am ersten Tag des Seminars hielt Paul Hanebrink von der Rudgert Schule der Kunst und Wissenschaft einen Vortrag über den Mythos des „Judobolschewismus“, in dem er die Geschichte der Entwicklung dieses Konzepts ausführlich darlegte. Der Tag endete mit zwei gleichzeitigen Workshops. Tanya Lenuweit vom Haus der Wannsee-Konferenz hielt einen Workshop zum Multi-Vektor-Gedächtnis des Holocaust ab. Teilnehmer aus verschiedenen Ländern waren sich einig, dass Fakten allein nicht ausreichen. Der Großteil der Pädagogen konzentriert sich darauf, Emotionen zu vermitteln, lokale Geschichten und Empathie zu erzählen. Der zweite Workshop wurde von der BSPU-lektorin Daryja Kasjakowa durchgeführt, deren Hauptthema einen ungewöhnlichen Einsatz an die Geschichte des Holocaust durch das Prisma der Menschenrechte war.

Am zweiten Tag wurde ein Vortrag des Gründers des Museums für Geschichte und Kultur der belarussischen Juden Inna Gerasimawa gehalten, der dem Schicksal der belarussischen jüdischen Familien während des Zweiten Weltkriegs gewidmet war. Der Workshop von Iryna Kashtaljan, Leiterin der Geschichtswerksatt von L. Lewin in Minsk, widmete sich der Arbeit mit Augenzeugeninterviews im Geschichtsunterricht am Beispiel der Geschichte des Minsker Ghettos. Der zweite Geschichtsworkshop wurde von einem Lehrer der Universität von Humboldt in Berlin Tatiana Manykina durchgeführt. Während dieses Workshops lernten die Teilnehmer viel über die antisemitische Propaganda der Nazis in den besetzten Gebieten.

Der Workshop wurde am Montag, den 7. Dezember fortgesetzt. Pädagogen aus den drei Ländern hielten Präsentationen, um neue pädagogische Ansätze für sensible Themen hervorzuheben. So sprach Olga Limonowa über die Erfahrungen des ukrainischen Zentrums für das Studium des Holocaust, Irina Bernat vom Minsker Gymnasium Nr. 36 über ihre Ansätze zur Lehre des Holocaust, Swetlana Tichankina beleuchtete die pädagogische Arbeit des russischen Wissenschafts- und Bildungszentrums "Holocaust". Der Workshop von Tanya Lenuweit ermöglichte es den Teilnehmern, in die Analyse historischer Fotografien einzutauchen und zu verstehen, wie man sie beim Unterrichten des Holocaust verwendet. Parallel zu dieser Veranstaltung veranstaltete Tatyana Postushenko, eine Mitarbeiterin des Instituts für Geschichte der Ukraine, einen Workshop, in dem sie die Geschichte von Babi Jar - einem der größten Erinnerungsorte in der Ukraine - über die während der nationalsozialistischen Besatzung zerstörte Zivilbevölkerung erzählte.

Am letzten Tag des Seminars hielt Ilja Altman, Co-Vorsitzender des russischen Wissenschafts- und Bildungszentrums "Holocaust", einen Vortrag über das Problem der Verzerrung der Geschichte des Holocaust. Die Workshops des letzten Tages waren für die Teilnehmer nicht weniger interessant. Ein wichtiges Thema des geschlechtsspezifischen Aspekts der Geschichte des Holocaust wurde von Marta Gawryshko vom Institut für Ukrainistik von Iwan Kripjakewitsch Nationale Akademie der Wissenschaften der Ukraine angesprochen. Der von Jurai Warga durchgeführte Workshop half den Teilnehmern, Unterrichtspläne zu den Themen des Workshops zu erstellen. Die Teilnehmer zeigten pädagogische Professionalität. Basierend auf den Ergebnissen des Wettbewerbs im Anschluss an den Workshop wird die beste Arbeit der Teilnehmer der Öffentlichkeit vorgestellt und zur Umsetzung im schulischen Bildungsumfeld vorgeschlagen.

 

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