Eine der größten Vernichtungsaktionen der Zeit der NS-Besetzung von Belarus fand vom 28. bis 31. Juli 1942 vor 78 Jahren im Waldort Blagovshchina statt

Vom 28. bis 31. Juli 1942, vor 78 Jahren, organisierten die Mitarbeiter des SD, der der dem Reichssicherheitshauptamt in Berlin unterstellt war, in Maly Trostenets, genauer gesagt im Waldort Blagowschchina, eine der größten Vernichtungsaktionen der Zeit der nationalsozialistischen Besatzung. Bei Massenexekutionen sowie bei der Nutzung der sogenannten "Gaswagen" wurden rund 10.000 Juden getötet. Die meisten von ihnen waren alte Menschen, Frauen und Kinder, die von den Nationalsozialisten als behindert definiert wurden. Eine bedeutende Anzahl von 6.500 belarussischen Juden im Minsker Ghetto wurde am 28. Juli getötet, während 3.500 deutsche Juden aus dem sogenannten "Sondergetto 2" am 29. Juli 1942 getötet wurden.

Nach dem Krieg wurde das Gebiet von Blagovshchina als militärisches Übungsgelände genutzt, in dessen Nähe eine Stadtmüllkippe angelegt wurde. Der erste Gedenkstein in Blagovshchina wurde 2002 unter Beteiligung öffentlicher Initiativen und der belarussischen Behörden errichtet. In dem Text wurden erstmals „Juden aus dem Minsker Ghetto und aus anderen europäischen Ländern deportierte Juden“ in die Opferliste aufgenommen. Seit 2010 hängen Vertreter der österreichischen Zivilinitiative IM-MER (IM steht für Malvine Initiative / Malvine; MER - Maly Trostenets to Remember) jährlich gelbe Plaketten mit den Namen und Fotos der in der Nähe der Hinrichtungsstätte Getöteten und bilden eine Art "Wald der Namen". Lehrer und Schüler von Bolshoj Trostenets sowie deutsche Zivilaktivisten haben sich dieser Initiative angeschlossen. Schließlich wurde am 29. Juni 2018 unter Beteiligung der Präsidenten von Belarus, Deutschland und Österreich der zweite Teil des Trostenets-Denkmals in Blagowshchina eröffnet. So wurde der Waldort Blagowshchina nicht nur als Ort der Erinnerung, sondern auch als Bildungsausflug für die breite Öffentlichkeit zugänglich.

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